Zum Inhalt springen

Der Trierer Domschatz

Wertvolles - von der Spätantike bis heute

Der Andreas-Tragaltar ('Egbert-Schrein') enthält eine Sohle des Apostels Andreas.

Die Schatzkammer des Trierer Doms präsentiert eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Schatzkunst, die bemerkenswerte Stücke von der Spätantike (Relief einer Reliquienprozession), der Romanik (Andreas-Tragaltar, Reliquiar des Heiligen Nagels, Gozbert-Rauchfass), der Gotik, des Barock und des 19./20. Jahrhunderts (Werke des Historismus aus dem Trierer Atelier Brems-Varain) enthält.

Hinzu kommen mehrere bedeutende Handschriften des Mittelalters (Simeonskodex, Helmarshausener Evangeliar, Perikopenbuch des Kuno von Falkenstein) und einige liturgische Gewänder.

Hohe Domkirche Trier

Mustorstr. 2
54290 Trier

Kustos des Domschatzes:

Domvikar Michael Keller

Wissenschaftliche Betreuung:

Markus Groß-Morgen
Museum am Dom Trier

Andreas-Tragaltar auf Reisen!

Der Andreas-Tragaltar (Egbert-Schrein) befindet sich zur Zeit bis Anfang November als Leihgabe in der Landesausstellung "Welterbe des Mittelalters - 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau" in Konstanz.

Reliquien und Reliquiare im Trierer Domschatz

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Schmid

Reliquien sind körperliche Überreste eines Heiligen oder Gegenstände aus seinem Besitz. Sie genossen als sichtbare Zeichen seiner individuellen Unterstützung und Fürbitte hohe Wertschätzung. Von besonderer Bedeutung waren die Reliquien des Domes, die neben dem hohen Alter den besonderen Rang und das Ansehen der Trierer Kirche begründeten.

Nach der um 1100 entstandenen Trierer Bistumschronik, den Gesta Treverorum, hat die Heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, dem Trierer Bischof Agritius (gestorben 330/35) ihren Palast geschenkt, der dann zum Dom umgebaut wurde. Außerdem brachte sie eine Reihe bedeutender Reliquien nach Trier: Neben dem Heiligen Rock und dem Leichnam des Apostels Matthias einen Zahn des Heiligen Petrus, den Heiligen Nagel und die Sandale des Heiligen Andreas. In Reliquiaren, in kostbaren Werken der Goldschmiedekunst eingebunden, bilden diese Reliquien noch heute den Kernbestand des Trierer Domschatzes.

Die Reliquiare spielten in der Liturgie der Domkirche eine wichtige Rolle: Sie wurden auf die Altäre gelegt, bei Prozessionen mitgeführt, Kaisern und Königen bei ihrem Einzug in die Stadt entgegengetragen und bei öffentlichen Ausstellungen den Pilgern gezeigt. Die Verehrung der Reliquien brachte man im Mittelalter durch ihre Verwahrung in kostbaren Werken der Schatzkunst zum Ausdruck. Gold, Silber, Edelsteine, Perlen und antike Gemmen waren nicht nur wertvolle Werkstoffe, sondern spiegelten durch ihren Glanz auch die Aura des Heiligen wider. Hinzu kam die technisch und künstlerisch hervorragende Gestaltung der Reliquiare. Bereits im 10. Jahrhundert war Trier unter Erzbischof Egbert (gestorben 993) der Sitz mehrerer Kunstwerkstätten von europäischem Rang, aus der Werke der Schatzkunst und Handschriften hervorgingen. 

Sicher vor Feuer und Diebstahl verwahrt wurden die Reliquiare in einem um 1200 entstandenen Schatzhaus an der Nordseite des Chores. Nachdem seit dem 14. Jahrhundert die Reliquienzeigung im Dom immer mehr Zulauf erfuhr, wurde um 1480 an der Südseite der 'Badische Bau' errichtet, der im Obergeschoß das Domarchiv und bis heute auch den Domschatz beherbergt. Bei der Öffnung des Hochaltars im Jahre 1512 fand man neben dem Heiligen Rock zahlreiche weitere Reliquien. Der große Ansturm der Gläubigen machte es in den Jahren 1512 bis 1655 erforderlich, die Reliquien des Domschatzes von einer am Westchor des Domes angebauten Tribüne den Pilgern auf dem Domfreihof zu zeigen.

Inventare von 1238, 1429 und 1776 sowie ein Kupferstich von 1655 ermöglichen detaillierte Auskünfte über den Trierer Domschatz, der trotz zahlreicher Kriege über Jahrhunderte hinweg sorgsam gehütet wurde. Erst im 18. Jahrhundert wurden große Teile dazu verwendet, den ersten Koalitionskrieg gegen die französischen Revolutionstruppen zu finanzieren: 399 Kilogramm Edelmetall hat man 1792 an die kurfürstliche Münze abgegeben und eingeschmolzen. Gerade einmal 12 Werke der Schatzkunst haben diesen Verlust überstanden. Im 19./20. Jahrhundert gelangten aus säkularisierten Kirchen, durch Schenkungen, als Leihgaben, aus dem Kunsthandel und auch durch Neuanfertigung zahlreiche Werke in den Domschatz.

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag:
11 Uhr bis 17 Uhr

Sonntag und Feiertage:
12:30 Uhr bis 17 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene: 3,00 Euro
Kinder (ab 6 Jahre): 1,00 Euro
Familien (2 Erw. und bis zu 4 Kinder):  7,00 Euro
Rentner/Ermäßigt*:  2,00 Euro
Gruppen Erwachsene (10 - 20 Pers.):  30,00 Euro
Gruppen Kinder (10 - 20 Pers., ab 6 Jahre): 10,00 Euro
Gruppen Ermäßigt*: 20,00 Euro

*Schwerbehinderte und Begleitpersonen, soweit im Ausweis eingetragen, Studenten, Zivis/FSJler/Wehrpflichtige, Rentner bei Vorlage des Ausweises und Teilnehmer an der offenen Domführung.

Erwachsene: 5,50 Euro
Familie I (1 Erw. und Kinder): 8,00 Euro
Familie II (2 Erw. und Kinder): 10,00 Euro
ermäßigt*: 3,20 Euro

*) Kinder (ab 6 Jahre), Schwerbehinderte und Begleitpersonen, soweit im Ausweis eingetragen, Schüler/Studenten, Zivis/FSJler/Wehrpflichtige bei Vorlage des Ausweises. 

TrierCard Einzelkarte (Erwachsene): 1,90 Euro
TrierCard Familienkarte: 4,90 Euro

Andreas Tragaltar

Führungen durch den Trierer Domschatz können Sie für Ihre Gruppe hier buchen.

Touristin in der eigenen Stadt

Zwei Monate hatte der Trierer Domschatz und das Museum am Dom aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Nun endlich sind die Pforten wieder geöffnet. Langsam nimmt das öffentliche Leben wieder Fahrt auf, doch sind viele kulturelle Freizeitaktivitäten immer noch nicht möglich. Für Tina Ensch aus Trier ist dies nun die Gelegenheit sich das kulturelle Angebot ihrer Heimatstadt genauer anzusehen.